[Buchrezension] Erntedank in Vertikow, [Autor] Frank Friedrichs
- Alexandra Antipa
- 2 hours ago
- 2 min read

Ich war schon immer ein Fan von gemütlichen Krimis. Und genau das habe ich mit diesem Buch bekommen. Ein ruhiger, aber fesselnder gemütlicher Krimi, der in einem scheinbar idyllischen Dorf in Mecklenburg spielt. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Peer Wesendonk, ein ehemaliger Kirchenorganist, der nach einem Motorradunfall querschnittsgelähmt ist. Er hat Mühe, seine neue Realität zu akzeptieren, und fühlt sich sinnlos. Sein Leben nimmt jedoch eine Wendung, als er Zeuge eines Vorfalls wird, den er nicht für einen Unfall, sondern für einen vorsätzlichen Mord hält.
Meine Meinung:
Was mir an dem Buch besonders gut gefallen hat, ist die dörfliche Atmosphäre. Das Leben auf dem Land wird so authentisch geschildert. Doch hinter der ruhigen, fast malerischen Kulisse verbergen sich Spannungen, Klatsch und ungelöste Konflikte. Die Geschichte zeigt, wie kleine Gemeinschaften tatsächlich funktionieren – ein authentisches soziales Porträt. Jeder kennt jeden, und jeder könnte etwas zu verbergen haben. Und genau das hat mich bis zum Schluss gefesselt, denn ich wollte unbedingt wissen, wie sich die Geschichte entwickelt.
Peer ist alles andere als ein typischer Kommissar. Er hat seine Schwächen, neigt zum Zynismus und ist vielleicht nicht jedermanns Sache. Dennoch mochte ich ihn. Während er tief in die Ermittlungen eintaucht, sehen wir auch seinen persönlichen Kampf mit seiner Behinderung und seinem Selbstwertgefühl. Dies ist nicht nur ein Krimi, es ist eine Geschichte über Identität, mit emotionaler Tiefe. Seine Reise mag mit dem Versuch beginnen, das Verbrechen aufzuklären, aber sie wird ihn an den Punkt bringen, an den er muss – den Punkt, an dem er sein Selbstvertrauen und letztendlich sein Leben wieder aufbaut.
Die Spannung im Buch baut sich langsam auf, und mir hat das Tempo gefallen, in dem sich alles entwickelte. Ein ruhiger Ton, aber jede Menge Spannung. Der Stil ist leicht und oft ironisch, wobei sich der Humor perfekt mit den düstereren Themen vermischt. Genau mein Geschmack. Mir hat der Kontrast zwischen der friedlichen Kulisse und dem dahinterstehenden Verbrechen gefallen. Die Geschichte eilt nie, was dem Buch einen nachdenklichen, fast schon beobachtenden Charakter verleiht. Als Leser hat man das Gefühl, langsam in die kleine Dorfgemeinschaft aufgenommen zu werden.
Zusammenfassung:
Ich hätte nicht gedacht, dass mich dieses Buch so fesseln würde. Zunächst wirkte es fast zu ruhig – nur ein kleines Dorf, ein gemächliches Tempo und eine Figur, die nicht gerade sympathisch ist. Doch als ich tiefer in die Geschichte eintauchte, war ich gefesselt. Peer kann uns viele wertvolle Lektionen erteilen, und die vielleicht wichtigste davon ist diese: Es ist möglich, sein Selbstvertrauen zurückzugewinnen und sein Leben neu aufzubauen. Seine Ermittlungen wirkten nicht wie die Aufklärung eines Verbrechens – es fühlte sich an, als würde er gleichzeitig versuchen, sich selbst wieder zusammenzuflicken. Und genau deshalb habe ich das Buch geliebt. Sehr empfehlenswert.

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