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[Buchrezension] Grünkohl und Curry, [Autor] Hasnain Kazim

  • Writer: Alexandra Antipa
    Alexandra Antipa
  • 3 hours ago
  • 2 min read



Eines der ersten Dinge, die mich an diesem Buch faszinierten, war das Schwarz-Weiß-Foto auf dem Einband. Im Inneren entdeckte ich eine einzigartige Migrationsgeschichte. Sie enthielt keine typischen politischen Argumente, sondern wirkte eher so, als würde sich jemand zu mir setzen und mir seine Familiengeschichte erzählen. Die Geschichte wurde auf ruhige und ehrliche Weise erzählt, ohne jegliche Übertreibungen, und zeigte, wie das Leben tatsächlich für diejenigen ist, die ihre Heimat verlassen und in ein neues Land kommen. Ich habe jedes Wort davon geliebt und finde, dass das Buch viele wertvolle Erkenntnisse zu bieten hat.

 

Meine Meinung:

 

Was mich am meisten beeindruckt hat, war die Dualität des Lebens in Deutschland, die so treffend beschrieben wird. Einerseits muss man sich als Migrant mit viel Bürokratie auseinandersetzen. Es herrscht viel Unsicherheit und Angst, vor allem wenn es um Abschiebung geht. Andererseits findet man sich, wenn man Glück hat, in einer Kleinstadt wieder, umgeben von ganz normalen Menschen, die einem helfen, sich einzuleben und sich angenommen zu fühlen. Ich denke, genau dieser Kontrast macht den Wert der Geschichte aus. Mir hat auch gefallen, wie das Thema Identität behandelt wird. Als Migrant fühlt man sich schließlich in dem neuen Land zu Hause, trägt aber gleichzeitig die Spuren der eigenen Identität in sich. Der Titel selbst bringt das auf einfache Weise auf den Punkt, das hat mir sehr gut gefallen.

 

Mir gefiel das gemächliche Tempo, in dem die Geschichte erzählt wird. Es gibt keine dramatischen Wendepunkte oder schockierenden Überraschungen, aber genau das macht sie so eindringlich. Es ist das echte Leben, manchmal hart, manchmal ungewiss, und es zeigt, wie Migranten immer wieder so viele Anpassungen durchlaufen müssen. Migranten arbeiten, sie sind Teil der Gemeinschaft, sie bauen Beziehungen auf. Doch viele von ihnen haben mit Fragen ihres rechtlichen Status zu kämpfen und sind manchmal von Abschiebung bedroht. Sie müssen ständig beweisen, dass sie es verdienen, in dem neuen Land zu sein, und ich finde, die Geschichte veranschaulicht das perfekt.

 

Mir hat gefallen, wie die Eltern in dem Buch dargestellt wurden. Es wäre ein Leichtes gewesen, sie als Helden zu idealisieren. Stattdessen werden sie als echte, nicht perfekte Menschen gezeigt – sie versuchen, sich unter schwierigen Umständen ein Leben aufzubauen. Ich glaube, dass ihre Geschichte dadurch glaubwürdiger wirkt. Der Integrationsprozess verläuft, wie das Buch deutlich macht, langsam und erfordert viel Geduld. Jahrelanges Warten auf Entscheidungen, das Leben mit dieser endlosen Ungewissheit – auch ich bin aus einem anderen Land nach Deutschland gezogen, aber meine Erfahrung war ganz anders. Und je mehr ich las, desto mehr wurde mir klar, dass Migration immer noch nicht richtig verstanden oder gehandhabt wird. Wir sollten es besser machen, wir müssen es besser machen.

 

Zusammenfassung:

 

Es war ein ganz besonderes Leseerlebnis. Mir hat gefallen, dass es nicht zu einer politischen Stellungnahme verkommen ist. Es war eine Geschichte, die mit erfrischender Ehrlichkeit erzählt wurde und auf persönlichen Erfahrungen beruhte. Das Buch hinterfragte auf subtile Weise Klischees, ohne sie direkt anzusprechen. Es hat mich daran erinnert, dass der Migrationsprozess und die anschließende Integration noch verbesserungswürdig sind. Beim Lesen dieses Buches wurde mir wieder bewusst, dass wir alle Menschen sind und anderen gegenüber toleranter sein sollten. Sehr empfehlenswert!


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